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...und so oder so ähnlich berichtete uns Eigner Wolfgang Kroll von seinem Törn:
Auslaufen am 21. 9. von Ceuta nach Gibraltar. Proviantübernahme, Wasser und Diesel gebunkert und dann am 22.9. auslaufen bei SE 5 . Alles war zwar unruhig, aber es ging ja prima voran.
Also passierten wir Cap Sao Vicente , konnten super N gehen und passierten am 23. 9. 09:30 Uhr Lissabon an Steuerbord. Die Nacht wurde dann sehr unruhig. Prompt fielen uns die Positionslichter aus. Das Wetter wurde ziemlich mies und wir sind nach Bayona eingelaufen. Wir machten die Reparatur und bunkerten. Auch mal wieder schön: Ruhig schlafen. Eine Naht war gerissen: Also Segel nähen mit Hosengarn und Tape. Segelgarn hatte ich nicht an Bord.
Am 26. 9. ging es weiter. Auslaufen Bayona. Wetter war zunächst super: West 3-4. Reine Segelfreude. Um 16:40 Uhr passierten wir Cap Finisterre.
Am 27.9. wurde das Wetter wieder schlechter. Ziemlich schlecht sogar. 00:50 Wind West 8 bis 9.
Es lief auch noch eine alte hohe Dünung und wir schätzten die Wellenhöhe auf 6 m. Nach 50 sm war uns das zuviel. Ich entschied: Spätestens wenn der Eigner aus der Koje fliegt ist Schluß mit lustig! Also liefen wir zurück nach La Coruna.
Am 28. 9. liefen wir wieder aus. Der Wind war Heimatwind, und so ging es durch die Biskaya.
Am 29.9. waren wir Höhe Brest, am 2.10. Dünkirchen.
Weiter lief es jetzt prima. Der Verkehr ist zwar nervig, aber es macht wieder mal richtig Spaß. Das ist ja auch für mich kein Allerweltstörn. Auch wenn ich spüre, daß ich genau das richtige Schiff für so eine Reise - oder eben: für eine Weltreise - habe.
Die Ausrüstung rund um die Navigation lässt keine Wünsche offen. Vieles ist doppelt oder sogar dreifach rund um die Schiffstechnik vorhanden. Die Ausstattung - naja, eben alles nach meinem Wunsch. Klar - eigentlich nur Extras. Aber so komfortabel sollte es schon sein. Und so sicher. Wenn man einhand reisen will.
Mir wird einiges allmählich klar im Kopf. So rufe ich meine Frau über Satellitentelefon an:
"Wollen wir wirklich verkaufen?" "Ja" sagt sie, weil sie es einfach nicht mehr kann.
OK, dann ab nach Hamburg.
Damit mir die Trennung leichter fällt, kommt das Wetter wie von meiner Frau bestellt. Am 3. und 4.10. erwischt es uns dann doch noch mal vor der Weser und in der Elbmündung so richtig aus SW. Aber was soll's, wir gehen durch und sind am 4.10 um 12:00 in Hamburger City Hafen fest.
Hamburg ......( hab ich es nicht mal gelesen?)
...am Abend war ein Schiff angekommen,
auf den Pollern am Hafen saßen Mädchen
und warteten auf ihre Matrosen.
Schön war der Anblick der wartenden Frauen,
während auf dem Schiff großes Treiben herrschte.
Der Anblick hatte etwas von Sinnlichkeit und Sehnsucht.
Und das Licht ist anders in Hamburg.
Bis heute nehme ich es gerne wahr:
Der Himmel ist höher, das Licht ist weißer,
die Wolkenformationen dramatischer.
Das ist der Norden Deutschlands.
Hamburg. Angekommen. Meine beiden Mitstreiter aus Finnland mustern ab. Ich beginne mit der Decksarbeit.
Wer bei mir an Bord kommt , wird nicht glauben , dass das Schiff grad 2300sm aus dem Mittelmeer kam. Es sieht drinnen und draußen aus, wie aus der Werft und natürlich kann man aus der Bilge "essen".
Es war wohltuend, vom Nauticat-Club empfangen und betreut zu werden. Der Präsident kam gleich mit seiner 33 längsseits. Ich hatte helfende Hände von Nauticat Eigner zu Eigner...
Tja - und die Lady R. steht zum Verkauf....
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