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Reiseberichte & Geschichten

Ein Traum geht in Erfüllung

Mein Mann träumte 30 Jahre , er möchte Besitzer einer Nauticat 33 sein. Nach langer Suche fanden wir in Lignano Aprilla Marittima unsere BALU.

Erstwasserung 1999, 86 Motorstunden und 162 Meilen auf der Logge und das auch noch bezahlbar.


Nun leben wir aber in Spanien, also muß das Schiff nach Torrevieja, ca. 30 Meilen südlich von Alicante...

In ellenlangen Listen und schlaflosen Nächten halte ich alles fest was für eine mehrmonatige Reise notwendig ist.

Am 8. April 2003 ist es soweit. Das Schiff ist beladen Die Tide erlaubt das Auslaufen bei einem Tiefgang von 1.50 m um 11.30 Uhr. Hinter uns zieht sich trotzdem eine Spur von aufgewirbeltem Sand.
Neu für uns sind Wasserstrassenwegweiser in der Lagune. Von Lignano aus fahren wir nach Venedig. Platz finden wir in der Marina Elena. Zwanzig Minuten zu Fuß vom Markus Platz entfernt.
Es ist Palmsonntag und wir freuten uns nach einem Spaziergang in Venedig auf die heimische Wärme in unserem Schiff. Es ist noch sehr kalt.

Es geht entlang der Ostküste Italiens nach Süden, vorbei an Muschelbänken, Fischernetzen ohne Ende, Bohrtürmen und Ölplattformen. Zur Navigation stehen uns Seekarten, GPS und ein Laptop mit elektronischen Seekarten, System Maptech zur Verfügung. Außerdem hatten wir alle verfügbaren Hafenhandbücher dabei.

Auf die Hafenhandbücher ist hier nicht immer Verlaß, zum Beispiel Senigallia ist mit einer Wasertiefe von 3 m angegeben. Bei der Einfahrt steht ein kleines Schild Wassertiefe 1,50 m. An der Ostküste Italiens ist zum Teil die Versandung ein Problem.

Die Wege zur Versorgung mit Lebensmitteln sind im Durchschnitt 20 – 30 Minuten Fußmarsch zum nächsten Supermarkt.

Es begleiteten uns auch schon mal Delphinpärchen. Von Termoli nach Vieste das erste mal stärkerer Wind. Das Wasser spritze über das Ganze Schiff. Wir waren froh, als wir endlich in dem schönen alten Vieste festmachen konnten. Ein Ort mit mindesten 10.000 Stufen in allen Größen und Formen, Längen und Breiten, aber der Ort entschädigt mit Burg, Dom und kleinen Kirchen, schöne Straßen und Plätze. Der nächste Tag Sturm –Meltime- Zwanspause - großer Waschtag. Unser Nauticat ist ringsrum mit Wäsche eingesäumt. Waschmaschinen in den Häfen sind selten.

Trani ist das nächste Ziel. Eine alte schöne Stadt mit überwältigenden Bauwerken und einer Tankstelle bei der man auf die Dieselmenge aufpassen muß. Hier mußten wir feststellen, daß unsere Frontfenster undicht sind Wir sind recht traurig, das ist ein größeres Problem.

Sonntag 26. April Nationalfeiertag – Brindisi –Die Innenstadt ist wie die gute Stube und eine Eisdiele mh..mh... Aber wir wollen und müssen weiter. Otranto Anlegen ist nur über Buganker an der Hafenmauer möglich Die Ankerwinde streikte. Sie war das erste mal im Einsatz. Die Kabel in der Handfernbedienung waren nicht festgeschraubt, das war kein so tolles Anlegemanöver.

Nach Leuca de Maria ging es 80 sm weiter nach Crotone. Wind auf die Nase 5-6 bft. Mit Motor gegen an. In diesem Hafen treffen wir die Entscheidung, wir nehmen nicht die Route über Sizilien, Menorca, Mallorca, Ibizza, sondern gehen über die Westküste Italiens.

Die Südspitze Italiens, le Castella steht unter dichtem Nebel. Wie gut, daß wir Radar haben. Der Nebel geht, die Sonne kommt. Das Meer hat hier schon 21 Grad.

Ein unvergeßlicher Abschnitt ist die Überfahrt nach Sizilien, Vor uns raucht der Ätna, Steuerbord schauen wir in die geschichtsträchtige Straße von Messina, Frachter links, Frachter rechts, keine Fischernetze sondern mehrere Delphine und auch vereinzelt Wasserschildkröten.

Wir legen das erste mal in Sizilien, im HAFEN Riposto an. Von wegen nur Mafia, wir lernen nur ganz freundliche Menschen kennen. Eine kleine Geschichte: Am Abend um 20 Uhr steht vor unserer Nauticat ein sizilanisches Paar. Er wünscht sich anscheinend auch so eine Nauticat. Ich sehe das und frage ob sie an Bord kommen wollen. Große Freude, bei Proseco und einem Gespräch auf italienisch, englisch und spanisch erwähnte Walter wir bräuchten einen Spezialisten für YANMAR; denn unser Motor verbraucht in 10 Stunden Fahrt einen Liter ÖL und wir deshalb sehr beunruhigt. Der völlig fremde Mann nimmt sein Handy und beschafft innerhalb von einer Stunde einen Spezialisten von Yanmar aufs Schiff. Er probiert und schafft eine Stunde an Bord. Als er geht frage ich Ihn was ich zu bezahlen habe. Er antwortet „Nichts“ das ist ein Freundschaftsdienst. Wir besuchten die Highlights Sizilien mit dem Auto und sind total begeistert.

Nächstes Ziel -MALTA- Die Sehenswürdigkeiten sind viele und sehr interessant.

Sehr originell sind die bunten uralten Autobusse die einen für ein paar Pfennige von einer Sehenswürdigkeit zur anderen fahren.

17. Mai 2003, 937,9 sm sind bewältigt. Es geht wieder zurück nach Sizilien. Zwangspause in Regio de Calabria. Vier Tage verbringen wir in dem schmutzigsten Hafen der Reise für 45 € pro Nacht, ohne Duschen und sonstige Annehmlichkeiten einer Mariana. Dies ist aber für uns nicht weiter tragisch, haben wir doch alle Annehmlichkeiten an Bord. Wir sind doch Nauticat Besitzer.

Bei Restwind und Wellen passieren wir die Straße von Messina ins Thyrenische Meer. Wir schaukeln auf der Restddünung nach Tropea, 199 Stufen führen in einen romantischen Ort mit einem ganz besonderen italienischem Flair.

Es geht weiter Richtung Napoli. Capri nimmt für eine nacht 100 €. In Napoli bekommen wir im Hafen ST. Lucia einen Platz für 55 € ohne Beleg, unter der Hand. Der Liegeplatz liegt unter der Burg. Abends ist es ein Traumhafen. Eine Besichtigung von Pompes steht auf dem Programm.

Es geht weiter nach Ischia. Die erste Nacht in einem Vulkankrater. Sie ist ein wunderschöne Blumeninsel Aber sehr starker Fährverkehr.

Nun werden die Hafenplätze bereits rarer. Der nächste Höhepunkt steht bevor, ein Platz bei einer Werft im Tiber und dann, Rom mit der Bahn. Ich bin hin und weg. Da gibt es nur noch zusagen „Rom ist eine Reise wert“.

St. Stephano ist eine landschaftlich sehr schöne Halbinsel, sicherlich auch zum Urlaub machen geeignet.In der Marina Cal Galera finden 700 Schiffe Platz. Es ist eine super organisierte Marina.

Dienstag 3 Juni, das nächst Ziel ist die Insel Elba. Um 13.30 laufen wir in den Hafen Porto Azurro ein. Supertoll, schön gemütlich-südländisch. 1640 sm sind bereits hinter uns. 3Tage Urlaub – Baden. Mit der Seilbahn fahren wir auf 1019 m Höhe mit einer alten offenen Kabinenseilbahn, ein Erlebnis.

Von Elba aus setzen wir uns als nächstes Ziel Korsika, ca. 90 sm sind es bis Calvi. Unterwegs gibt’s ordentlich Wind und Welle.

Freitag 6 Juni, frühmorgens 2 Uhr. Wir wollen die ca. 115 sm nach Frankreich zurücklegen. Wie üblich, bei uns beiden, jeder Handgriff sitzt beim Ablegen, aber das Bugstrahlruder schaltet nicht mehr ab, das Ausschalten hilft nichts. Erst nach einigen Kreisen konnte Walter das Ruder verlassen und die Sicherung entfernen. Wir verlassen ohne eine Schaden angerichtet zu haben den Hafen in Richtung St. Tropez. Es wird hell, ca. 7.00 Uhr. Delphine von etwa 3,5 m Länge begleiten uns immer wieder. Ein Gewitter zieht auf. Auf halben Weg begegnet uns ein mindestens 5 m langer Wal. Er begrüßt uns mit einer Fontäne und zack, weg war er wieder.

18 Uhr abend wir legen in Port Cavalaire an. Auf Platz 1616 warten wir auf einen Spezialisten für das Bugstrahlruder. Es ist Pfingsten und er kommt trotzdem. Nachträglich noch ein Dankeschön. An diesen älteren Herrn. Er wußte sofort was fehlte. Am 12.6. um 5.50 Uhr ging es weiter nach Marseille.

Der nächste Hafen war Adge. Am Abend war ein Riesenfeuerwerk im Hafen. Walter hat behauptet das sei wegen uns. Wir genießen das Feuerwerk an Bord mit einer schönen Flasche Wein.

Der Golf von Lyon verabschiedet sich mit Windstärke 7. Wir setzen Besan und Vorsegel und rauschen mit 6 –7 Knoten in Richtung Spanien.

Nächstes Ziel der Hafen von Palamos. Der Hafen kostete 28,10 € aber nur für diese nacht, morgen kostet es 48 € (Saison)

An den Caps Cres usw. ärgern uns etwas unangenehme Wellen. Die nächsten Punkte Barcelona, Torredembarra, Richtung Ebrodelta. Vor Tarragona baut der Wind auf. Es war ein Teufelsritt bis ca. 11 Uhr. Nach dem wir die Mitte des Ebrodeltas erreicht hatten konnten wir etwas abdrehen und die Fahrt wurde wesentlich angenehmer.

Es geht weiter über Valencia, vorbei an Alicante, nach Torrevieja.

Am 22. Juni 2003 ging hier um 18 Uhr unsere Überführungsfahrt im Real Club Nautico Torrevieja zu Ende.

Am Steg wurden wir von unseren Freunden des Skippertreffs Torrevieja mit Hupkonzert, Fahnen und Transparenten (auch ein bayerische Flagge war dabei) empfangen - Weltumsegler konnten nicht würdevoller empfangen werden. Wir wollen allen unseren Freunden für diesen herzlichen Empfang danken.


Ankunft in Torrevieja am 22. Juni 2003

Zusammenfassung

2341,7 Sm

Strecke

43

Häfen

36,00 €

durchschnittliche Liegegebühr

76

Tage

 

Von Lignano Aprilia Marittima nach Torrevieja mit einer Nauticat 33

Die Route der BALU

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Malerisches Malta

 

 

 

 


Seilbahn auf Elba

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